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FACELOOK

Ein Stück aus einer Wiese geschnitten für einen, zwei oder keinen Menschen…

Environment,  Sit-uation von Heimo Fladl

Im Jahre 1997 habe ich im Zuge der Klasse von Agnes Denes bei der Sommerakademie Salzburg die von mir einige Jahre zuvor entworfene Form des Environments, die Sit-uationen, weiterentwickelt.

Dabei wird im öffentlichen Raum mitten des alltäglichen, meist Fußgängerverkehrs, eine Zone mit zwei  Hockern in etwa 8m Abstand und einem Glaskubus mit einem Stück Wiese in der Mitte geschaffen, welche den Fluss  der Gewohnheitsenergien der Masse und der Normalität unterbricht und einen Raum der Stille und der Begegnung kreiert. Nach  einer ausführlichen Konzeptarbeit, die in Kürze in meinem Atelier in der Osterwitzgasse zu besichtigen sein wird, bin ich auf diese einfache Lösung gekommen, die ein energetisches Feld von Personen und Natur (manifestiert durch das Wiesenstück) als  eine Art Labor für eine zukünftige Kommunikation auf nichtsprachlicher Ebene schafft. Die Pflanze übernimmt dabei viel Funktionen, wie die eines Puffers, Katalysators, Bezugssystems, Filters, Realsymbols, Mediums etc., je nach Art der Begegnung. Das Wiesenstück bezieht sich auf Dürer ebenso wie auf Duchamps, Martin Buber oder Marina Abramovic.

Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung dessen technische Vorreiter das Telefon oder das Internet sind. Während diese Medien unsere Kommunikation zwar quantitativ erweitern fügen sie qualitativ kaum etwas hinzu. Die Energie des Voreinander-Versteckens und der Vorurteile wird in eine Energie des Erkennens, der Transparenz und des Verstehens umgewandelt.

Der Begriff der Fremdheit aus dem soviele menschliche Programme (Familie, Blutsverwandschaft, Nationalität) gespeist werden, wird immer mehr verschwinden.

Die Pflanze stellt das grundlegende Lebewesen dar, ohne das wohl nichts auf der Erde möglich wäre.

So verstehen sich die Sit-uationen als Experimente einer neuen Kommunikations- und Begegnungskultur.

Sie sind variabel und von jedermann/frau durchzuführen.

Grundsätzlich sollen sie aber der Ur-Sit-uation entsprechen: Im Abstand der Hocker/In der Mitte soll sich etwas aus der Natur befinden/Die Sitzenden sollen keine herkömmliche Sprache sprechen/Es gibt kein zeitliches Limit für das Sitzen/Wenn jemand eine Wiederbegegnung wünscht dann um dieselbe Zeit an einem darauffolgenden Tag/Es gibt für die Erfindung von FACELOOK keine Urheberrechte.


AKTIONEN GEPLANT!  IN GRAFENSTEIN ENTSTEHT IM GARTEN VON FRAU MARGAN KALB EINE FACELOOK-INSTALLATION

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