Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen, hat Goethe gesagt. Die Zerstreuungsenergie unserer Zeit konditioniert den Menschen aber auf anderes und spielt mit seinen Sehnsüchten. Die Kunst kann helfen, uns für die Realität sensibler zu machen- ein Fenster zu öffnen im Stall der Gewohnheiten, den wir meist Realität nennen. Es geht um die Entwicklung eines feineren Gewahrseins- der Mensch selbst muss den Millimeterstab, das Präzisionsgerät in sich tragen- aber die Schnelligkeit und pragmatische Belastung der Bilder schulen uns so, dass wir in vielen Fällen nur in Meterabständen empfinden. Sowie die Liebesbegegnung mit einem Menschen nicht von der Perfektion lebt, sondern von den Qualitäten der Hingabe und des Empfangens, der Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit so auch das Schaffen und die Betrachtung des Kunstwerks. Jedenfalls für mich.


Home